Auf diese Frage gibt es keine ehrliche Pauschalantwort — aber es gibt eine ehrliche Erklärung. Der Preis einer Website entsteht nicht aus einer Preisliste, sondern aus dem, was sie leisten soll. Dieser Beitrag zeigt, welche Faktoren den Aufwand tatsächlich bestimmen, welche Kosten einmalig und welche laufend anfallen und woran Sie ein belastbares Angebot erkennen.
Was kostet eine Website?
Kurz gesagt: Der Aufwand richtet sich nach drei Dingen — der Anzahl der Seiten, dem Umfang der Konzeption und den Funktionen, die tatsächlich gebraucht werden. Eine einzelne Seite für ein klar umrissenes Angebot ist etwas anderes als ein Auftritt mit acht Leistungsseiten, Redaktionssystem und Anbindung an ein anderes System.
Seriöse Zahlen kann Ihnen niemand nennen, ohne Ihr Vorhaben zu kennen. Wer es trotzdem tut, hat entweder ein festes Paket im Kopf, in das Ihr Projekt hineinpassen muss, oder er rechnet später nach. Beides ist teurer als eine halbe Stunde Gespräch vorher.
Warum hier keine Beträge stehen: Eine Zahl ohne Kenntnis des Vorhabens wäre geraten — und geratene Zahlen werden im Projekt teuer, für beide Seiten. Was den Aufwand bestimmt, lässt sich dagegen vorher benennen. Genau das steht in diesem Beitrag.
Warum Website-Preise so unterschiedlich sind
„Website“ ist keine Produktbezeichnung, sondern eine Sammelvokabel. Darunter fällt die Visitenkarte im Netz genauso wie ein Auftritt, der mehrere Zielgruppen trennt, Inhalte pflegbar macht und für ein Dutzend Suchanfragen gefunden werden soll. Zwischen diesen beiden Enden liegt ein Vielfaches an Arbeit.
Dazu kommt der Ausgangszustand. Liegen Texte, Bilder und ein Erscheinungsbild vor, entfällt ein großer Teil der Vorarbeit. Fehlt beides, entsteht es im Projekt — und das ist Arbeit, die viele beim Vergleich von Angeboten übersehen.
Die wichtigsten Kostenfaktoren
- Anzahl und Art der Seiten. Jede Seite mit eigener Aufgabe braucht eigene Struktur, eigene Texte und einen eigenen Weg zur Anfrage. Fünf Leistungsseiten sind nicht fünfmal dieselbe Seite.
- Konzeption und Struktur. Welche Seiten es gibt, in welcher Reihenfolge sie gelesen werden und wohin sie führen. Diese Phase entscheidet später über Auffindbarkeit und Anfragen — und sie ist unsichtbar, weshalb sie in billigen Angeboten meist fehlt.
- Individuelles Design. Ein eigenes Gestaltungssystem ist aufwendiger als eine angepasste Vorlage. Was das langfristig bedeutet, steht in Warum Templates langfristig teuer werden.
- Texte und Inhalte. Der Posten, der Projekte am häufigsten verzögert. Wer die Texte selbst liefert, spart; wer sie nicht liefert, verschiebt den Start.
- Bilder. Vorhandenes Material, Bildeinkauf oder eine eigene Produktion — drei sehr verschiedene Größenordnungen.
- Technische Funktionen. Ein Kontaktformular ist Standard. Buchung, Login, Kalender, Shop oder eine Schnittstelle zu einem vorhandenen System sind es nicht.
- Redaktionssystem. Nur sinnvoll, wenn Sie tatsächlich regelmäßig selbst etwas ändern. Sonst zahlen Sie für Pflegeaufwand, den Sie nie nutzen — und tragen ein Sicherheitsrisiko, das ohne System gar nicht entsteht.
- SEO-Grundlagen. Seitenstruktur, verständliche Titel, sprechende Adressen, Ladezeit, strukturierte Daten. Beim Bauen kostet das fast nichts zusätzlich; nachträglich ergänzt kostet es ein Vielfaches, weil es die Struktur berührt.
- Relaunch und Datenübernahme. Bestehende Inhalte zu übernehmen ist Arbeit — und bestehende Adressen sauber weiterzuleiten ebenfalls. Mehr dazu unter Website-Relaunch.
- Betreuung nach dem Start. Eigenbetrieb oder laufende technische Betreuung. Ein wiederkehrender Posten, kein einmaliger.
Onepager, Unternehmenswebsite oder Landingpage?
Die Form entscheidet sich nicht am Budget, sondern an einer einzigen Frage: Wie viele verschiedene Anliegen bringen Ihre Besucher mit? Bei einem genügt eine Seite. Bei fünf braucht jedes seinen Platz.
| Format | Geeignet für | Typischer Aufwand | Was den Preis beeinflusst |
|---|---|---|---|
| Onepager | Ein klares, einzelnes Angebot | Eine Seite, mehrere Abschnitte | Textmenge, Bildmaterial, Sonderfunktionen |
| Unternehmenswebsite | Mehrere Leistungen und Zielgruppen | Individuelle Seitenstruktur | Seitenzahl, Konzeption, Redaktionssystem, SEO-Struktur |
| Landingpage | Eine Kampagne, ein konkretes Angebot | Eine fokussierte Seite | Zahl der Varianten, Messung, Anbindung an Werbekonten |
Sie wollen keine Preisliste, sondern eine Einordnung?
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben in drei Sätzen — Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung des Aufwands, bevor irgendetwas beauftragt wird.
Einmalige und laufende Kosten
Beim Vergleich von Angeboten lohnt es sich, beide Spalten getrennt zu betrachten. Ein niedriger Einstiegspreis mit hohen laufenden Kosten ist nach drei Jahren nicht mehr günstig.
| Einmalig | Laufend |
|---|---|
| Konzeption und Struktur | Domain |
| Design | Hosting |
| Entwicklung | Aktualisierungen und Sicherungen |
| Texte und Bildaufbereitung | Technische Betreuung |
| Datenübernahme aus der alten Seite | Externe Dienste, etwa Buchung oder Newsletter |
Warum das billigste Angebot teuer werden kann
Ein sehr niedriger Preis bedeutet nicht, dass jemand effizienter arbeitet. Meistens bedeutet er, dass etwas nicht enthalten ist. Am häufigsten fehlen: die Konzeptionsphase, die Texte, die technischen Grundlagen für Suchmaschinen — und die Übergabe der Zugänge.
Der teuerste Fall ist nicht die zu teure Website. Es ist die günstige Website, die nach zwei Jahren neu gebaut werden muss, weil sich auf ihrem Unterbau nichts weiterentwickeln lässt.
Was sollte in einem Webdesign-Angebot enthalten sein?
- Eine Liste der Seiten, die entstehen — nicht nur „Website“
- Wer die Texte schreibt und wer die Bilder liefert
- Ob ein Redaktionssystem enthalten ist und was Sie damit ändern können
- Welche technischen Grundlagen für Suchmaschinen enthalten sind
- Wie viele Abstimmungsrunden vorgesehen sind
- Was nach dem Start passiert: Zugänge, Quelldateien, Betreuung
- Welche laufenden Kosten entstehen und an wen sie gehen
Welche Informationen braucht ein Webdesigner für eine realistische Einschätzung?
Je genauer diese vier Punkte beantwortet sind, desto belastbarer ist die Einschätzung — und desto weniger Nachverhandlung entsteht später.
- Was bieten Sie an, und für wen? Eine Zielgruppe oder mehrere?
- Gibt es bereits eine Website, und was soll davon bleiben?
- Liegen Texte, Bilder und ein Erscheinungsbild vor?
- Soll etwas mehr passieren als Informieren und Kontaktaufnahme — Buchung, Verkauf, Login?
Website selbst erstellen oder erstellen lassen?
Ein Baukasten kostet zunächst wenig und funktioniert für einen überschaubaren Auftritt. Die Rechnung verschiebt sich an zwei Stellen: bei der Zeit, die Sie selbst investieren, und bei dem Punkt, an dem etwas gebraucht wird, das das System nicht vorsieht.
Sinnvoll ist der Eigenbau, wenn das Angebot klar umrissen ist, Texte und Bilder vorliegen und die Website vor allem informieren soll. Sobald Struktur, Auffindbarkeit und der Weg zur Anfrage über den Geschäftserfolg mitentscheiden, wird die eigene Zeit der teuerste Posten. Worauf es bei der Auswahl eines Dienstleisters ankommt, steht in Website erstellen lassen.
Wann lohnt sich individuelles Webdesign?
Nicht immer. Es lohnt sich, wenn Sie sich von Wettbewerbern unterscheiden müssen, wenn mehrere Leistungen sauber getrennt werden sollen, wenn Ihre Zielgruppe erklärungsbedürftige Entscheidungen trifft — oder wenn die Website Anfragen erzeugen und nicht nur existieren soll. Was dabei enthalten ist, steht unter Webdesign; die technische Seite unter Webentwicklung.
Fazit
Der Preis einer Website ist kein Listenpreis, sondern das Ergebnis von Entscheidungen: wie viele Seiten, wie viel Konzeption, welche Funktionen, welche Inhalte. Wer diese vier Punkte vorher klärt, bekommt vergleichbare Angebote statt Hausnummern — und zahlt am Ende für das, was er tatsächlich braucht.
Häufige Fragen
Was kostet eine einfache Unternehmenswebsite?
Das hängt vom Umfang ab: Wie viele Seiten, wie viel Konzeption, liegen Texte und Bilder vor. Eine Seite mit fünf Unterseiten und vorhandenen Inhalten ist deutlich weniger Aufwand als derselbe Umfang, bei dem Struktur und Texte erst entstehen müssen. Eine Zahl ohne Kenntnis des Vorhabens wäre geraten.
Warum nennen Webdesigner häufig keinen Festpreis auf der Website?
Weil ein Festpreis nur dann seriös ist, wenn der Umfang feststeht. Pauschalpreise auf Websites sind entweder Paketpreise, in die Ihr Vorhaben hineinpassen muss, oder sie werden im Projekt nachverhandelt. Beides kostet am Ende mehr als ein Gespräch vorher.
Was kostet eine Website monatlich?
Laufend fallen Domain und Hosting an, dazu je nach Lösung Aktualisierungen, Sicherungen und technische Betreuung sowie externe Dienste wie Buchung oder Newsletter. Eine Seite ohne Redaktionssystem und ohne Erweiterungen verursacht dabei deutlich weniger laufenden Aufwand als eine mit.
Was kostet ein Website-Relaunch?
Vor allem danach, wie viel bestehende Substanz übernommen werden kann: Struktur, Inhalte, System. Dazu kommt die Arbeit an den Weiterleitungen, damit die bisherige Sichtbarkeit erhalten bleibt. Ausführlich steht das im Beitrag zum Website-Relaunch.
Was macht eine Website teuer?
In dieser Reihenfolge: fehlende Inhalte, unklare Zielsetzung, individuelle Funktionen und Schnittstellen, sowie nachträgliche Änderungen an der Struktur. Die reine Entwicklungszeit ist selten der größte Posten.
Was sollte im Angebot enthalten sein?
Eine Liste der entstehenden Seiten, die Zuständigkeit für Texte und Bilder, der Umfang eines etwaigen Redaktionssystems, die enthaltenen technischen Grundlagen für Suchmaschinen, die Zahl der Abstimmungsrunden sowie eine klare Aussage zu Zugängen, Quelldateien und laufenden Kosten.
Weiterführende Quellen
- web.dev – Core Web Vitals (Zielwerte für Ladezeit und Stabilität)
- Google Search Central (technische Grundlagen für Suchmaschinen)
- BfDI (Datenschutzanforderungen an Websites)