Ein Relaunch ist die teuerste aller Maßnahmen an einer Website — und oft nicht die nötige. Bevor eine bestehende Seite ersetzt wird, lohnt die Frage, woran es tatsächlich liegt. Dieser Beitrag zeigt, wann ein Relaunch sinnvoll ist, wann eine Überarbeitung genügt und was dabei auf keinen Fall verloren gehen darf.

Wann ist ein Website-Relaunch überhaupt sinnvoll?

Ein Relaunch lohnt sich, wenn der Unterbau nicht mehr trägt. Das ist der Fall, wenn die technische Grundlage veraltet oder nicht mehr wartbar ist, wenn die Seitenstruktur nicht mehr zum Angebot passt, wenn sich die Positionierung des Unternehmens verändert hat — oder wenn niemand mehr an die Zugänge kommt.

Kein Grund für einen Relaunch ist dagegen: „Die Seite gefällt uns nicht mehr.“ Das kann stimmen und trotzdem ein Oberflächenproblem sein.

Dieser Beitrag hilft bei der Entscheidung. Wie die Durchführung aussieht — Bestandsaufnahme, neue Struktur, Migration mit Weiterleitungen —, steht auf der Leistungsseite Website-Relaunch.

Wann reicht eine Überarbeitung statt eines Relaunchs?

Woran sich die Entscheidung festmachen lässt
AusgangslageSinnvoller Schritt
Texte unklar, Angebot nicht verständlichOptimieren — Inhalte und Reihenfolge
Einzelne Stellen, an denen Besucher abspringenOptimieren — Nutzerführung
Seite lädt langsamOptimieren — meist Bilder und Fremdskripte
Technische Basis veraltet oder nicht wartbarRelaunch prüfen
Struktur passt nicht mehr zum AngebotRelaunch prüfen
Neue Positionierung, neue ZielgruppenRelaunch meist sinnvoll
Zugänge fehlen, niemand ist zuständigRelaunch oder geordnete Übernahme

Steht in der rechten Spalte „Optimieren“, geht es um gezielte Eingriffe in vorhandene Substanz — wie das abläuft, steht unter Website modernisieren lassen.

Acht Anzeichen, dass eine Website überarbeitet werden sollte

  1. Auf dem Telefon ist die Bedienung mühsam oder Inhalte fehlen.
  2. Der Seitenaufbau dauert spürbar länger als bei Wettbewerbern.
  3. Die Struktur bildet Leistungen ab, die es so nicht mehr gibt.
  4. Inhalte lassen sich nur mit fremder Hilfe ändern.
  5. Aktualisierungen des Systems bleiben liegen, weil niemand sie verantwortet.
  6. Besucher kommen, aber es entstehen kaum Anfragen.
  7. Die Seite taucht für die eigenen Kernbegriffe nicht auf.
  8. Niemand im Unternehmen weiß, wo Domain und Zugänge liegen.

Der größte Relaunch-Fehler: nur das Design austauschen

Der häufigste Ablauf: Es wird ein neues Erscheinungsbild gebaut, die alten Inhalte werden hineinkopiert, die Seite geht online. Danach sieht alles besser aus, und es ändert sich nichts. Der Grund ist einfach — die Ursache lag nicht in der Optik.

Wenn Besucher vorher nicht verstanden haben, was Sie anbieten, dann verstehen sie es nach einem neuen Anstrich immer noch nicht. Warum eine schöne Website trotzdem keine Anfragen bringt, steht in Warum Websites keine Kunden gewinnen.

Was beim Relaunch mit SEO passiert

Hier gehen Relaunches am häufigsten schief — und zwar unbemerkt, bis drei Monate später die Anfragen ausbleiben. Der Kern des Problems: Suchmaschinen kennen Ihre bestehenden Adressen. Verschwinden sie ohne Weiterleitung, verschwindet die aufgebaute Sichtbarkeit mit.

  • Bestehende Adressen. Jede alte Adresse braucht eine Entsprechung — oder eine bewusste Entscheidung dagegen.
  • Weiterleitungen. Dauerhaft (301) auf die inhaltlich passende neue Seite, nicht pauschal auf die Startseite.
  • Seitentitel und Beschreibungen. Übernehmen, was funktioniert, statt alles neu zu erfinden.
  • Inhalte. Texte, die ranken, nicht ersatzlos streichen. Kürzen ja, löschen nur mit Grund.
  • Interne Verlinkung. Sie ist ein Ranking-Faktor und geht bei neuer Struktur am leichtesten verloren.
  • Sitemap und Indexierung. Neue Sitemap einreichen, Indexierbarkeit prüfen — und daran denken, die Testumgebung wieder freizugeben oder zu sperren.
  • 404-Seiten. Nach dem Start beobachten, welche Adressen ins Leere laufen, und nachbessern.
  • Bestehende Suchintentionen. Wofür wurden Sie bisher gefunden? Diese Themen brauchen auch in der neuen Struktur einen Platz.

Realistische Erwartung: Ein kurzer Einbruch nach dem Umschalten ist normal — Suchmaschinen müssen die neue Struktur erst erfassen. Ein dauerhafter Verlust ist es nicht. Wer die Weiterleitungen sauber setzt, ist meist innerhalb weniger Wochen wieder auf dem alten Stand.

Nicht sicher, ob Sie überhaupt einen Relaunch brauchen?

Ich sehe mir bestehende Websites auch unabhängig von einer anschließenden Umsetzung an.

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Website-Relaunch Schritt für Schritt

  1. Bestand analysieren

    Welche Seiten gibt es, welche werden aufgerufen, über welche Suchanfragen kommen Besucher, was funktioniert technisch nicht.

  2. Ziele definieren

    Was soll die neue Seite leisten, das die alte nicht leistet. Ohne diese Antwort wird der Relaunch ein Anstrich.

  3. Seiten und Suchintentionen erfassen

    Vollständige Adressliste der bestehenden Seiten, ergänzt um die Themen, für die Sie gefunden werden.

  4. Neue Struktur planen

    Welche Seiten bleiben, welche werden zusammengelegt, welche entfallen — und was daraus für Weiterleitungen folgt.

  5. Inhalte vorbereiten

    Texte und Bilder rechtzeitig. Dieser Schritt verzögert Projekte häufiger als jeder technische.

  6. Design entwickeln

    Auf Grundlage der Struktur und mit echten Inhalten, nicht mit Blindtext.

  7. Technisch umsetzen

    Sauberer Aufbau, kurze Ladezeiten, technische Grundlagen für Suchmaschinen von Anfang an.

  8. Weiterleitungen setzen

    Alte Adresse auf neue Entsprechung, vollständig und vor dem Umschalten getestet.

  9. Testen

    Alle Bildschirmgrößen, Formulare, Adressen, Ladezeit. Und die E-Mail-Zustellung, wenn die Domain umzieht.

  10. Veröffentlichen und beobachten

    Sitemap einreichen, 404-Fehler und Rankings in den ersten Wochen im Blick behalten.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Der Aufwand hängt vor allem davon ab, wie viel bestehende Substanz übernommen werden kann. Eine Seite mit sauberer Struktur und brauchbaren Texten ist ein anderer Fall als ein gewachsener Auftritt mit achtzig Unterseiten, von denen die Hälfte niemand mehr kennt.

  • Umfang der bestehenden Seite und Zahl der zu übernehmenden Adressen
  • Zustand der Inhalte — übernehmen, überarbeiten oder neu schreiben
  • Wechsel des Systems oder Weiterbau auf dem vorhandenen
  • Individuelle Funktionen und Schnittstellen
  • Umfang der Weiterleitungen und der SEO-Vorarbeit

Welche Faktoren den Preis einer Website generell bestimmen, steht ausführlich unter Was kostet eine professionelle Website?

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Bei überschaubarem Umfang sind wenige Wochen realistisch. Länger wird es durch drei Dinge: fehlende Inhalte, Datenübernahme aus einer gewachsenen Seite und Abstimmungsschleifen, für die intern niemand zuständig ist. Die Programmierung ist selten der Engpass.

Relaunch-Checkliste

Vor dem Umschalten sollten diese Punkte abgehakt sein:

  • Vollständige Liste aller bestehenden Adressen liegt vor
  • Für jede alte Adresse ist eine Weiterleitung gesetzt und getestet
  • Seitentitel und Beschreibungen sind für alle neuen Seiten gepflegt
  • Interne Verlinkung ist in der neuen Struktur nachgezogen
  • Sitemap ist aktuell und wird nach dem Start eingereicht
  • Die Testumgebung ist nicht mehr öffentlich erreichbar
  • Alle Formulare wurden mit echter Zustellung geprüft
  • E-Mail-Postfächer laufen unverändert weiter
  • Sicherung des alten Standes existiert außerhalb des Webspace
  • Ladezeit auf Telefon und Rechner gemessen
  • Alle Zugänge sind dokumentiert und liegen bei Ihnen
  • Ein Termin für die Kontrolle zwei Wochen nach dem Start steht

Nach dem Relaunch: was jetzt überprüft werden muss

  1. 404-Fehler in der Search Console — treten Adressen auf, die keine Weiterleitung haben?
  2. Indexierung — werden die neuen Seiten aufgenommen?
  3. Rankings der wichtigsten Begriffe im Wochenvergleich
  4. Formulareingänge — kommt tatsächlich etwas an?
  5. Ladezeit unter realen Bedingungen, nicht nur im Büro-WLAN

Fazit

Ein Relaunch ist kein Selbstzweck. Er lohnt sich, wenn der Unterbau nicht mehr trägt — nicht, weil die Seite drei Jahre alt ist. Und wenn er stattfindet, entscheidet nicht das Design über den Erfolg, sondern die Vorarbeit: Struktur, Inhalte und ein sauberer Umgang mit dem, was die alte Seite bereits erreicht hat.

Häufige Fragen

Wann ist ein Website-Relaunch sinnvoll?

Wenn der Unterbau nicht mehr trägt: veraltete oder nicht wartbare Technik, eine Struktur, die nicht mehr zum Angebot passt, eine neue Positionierung oder fehlende Zugänge. Wenn dagegen nur die Texte unklar sind oder einzelne Wege abbrechen, ist eine Überarbeitung der günstigere und schnellere Weg.

Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht, wenn die Vorarbeit stimmt. Entscheidend ist, dass jede bestehende Adresse eine dauerhafte Weiterleitung auf ihre inhaltliche Entsprechung bekommt und dass Inhalte, die ranken, nicht ersatzlos verschwinden. Ein kurzer Einbruch nach dem Umschalten ist normal, ein dauerhafter Verlust nicht.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Bei überschaubarem Umfang wenige Wochen. Länger wird es durch fehlende Inhalte, Datenübernahme aus einer gewachsenen Seite und Abstimmungsschleifen ohne interne Zuständigkeit — selten durch die Programmierung.

Kann man Inhalte aus der alten Website übernehmen?

Ja, und das ist meist auch sinnvoll. Texte, die für bestimmte Suchanfragen funktionieren, sollten nicht neu erfunden werden. Übernehmen heißt allerdings nicht kopieren: Was inhaltlich trägt, bleibt; was nur Platz verbraucht, fällt weg.

Was passiert mit meiner Domain und meinen E-Mail-Adressen?

Beides bleibt bestehen. Die Domain zeigt nach dem Umschalten auf die neue Seite, E-Mail-Postfächer hängen an eigenen Einträgen und werden unverändert übernommen. Der Schritt wird vorbereitet und zu einem abgesprochenen Zeitpunkt ausgeführt — Postausfall wäre ein Fehler, kein Nebeneffekt.

Woran erkenne ich, dass ein Relaunch schiefgegangen ist?

An drei Anzeichen in den ersten Wochen: steigende 404-Fehler in der Search Console, wegbrechende Rankings für Begriffe, die vorher funktionierten, und ausbleibende Formulareingänge. Alle drei lassen sich beheben — je früher, desto einfacher.

Weiterführende Quellen